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Hachenburgs jährlicher Marathon nimmt immer größere Dimensionen an
HACHENBURG. Zur Einstimmung auf das immer beliebter werdende Hachenburger Löwenfest haben sich Athleten und Amateure traditionell am Vorabend des 23. Löwenlaufes in der Rundsporthalle getroffen. Auf einer Sportfachmesse stiftete Pronto Pizza ein gemeinsames Pasta-Essen. Leistungsdiagnostik, Sporternährung und Skike, eine sommerliche Form des Langlaufskis, gehörten zum Repertoire der Aussteller. Sportabteilungen der DJK Marienstatt zeigten Judo und Akrobatik, der TuS Nister präsentierte Rope-Skipping, eine moderne Form des Seilspringens, und der Sportklub Optimum hantierte mit dem "Hot Iron" (heißes Eisen).
Kompetente Fachvorträge motivierten zum Mitmachen. Diplom-Sportlehrer Stephan Gross erläuterte funktionelles Krafttraining für Läufer, und der Physiotherapeut Markus Rachl gab den Besuchern interaktive Anleitungen zu Dehnungsübungen.
Die größte Gruppe am Start kam mit 50 Personen aus Duisburg. Der SG Alpenrod/Lochum stellte 40 Personen. Erstmalig traten sogar 85 Kinder aus den umliegenden Kindergärten zu einem 600-Meter-Lauf an. Der Vorsitzende der DJK Marienstatt, Albrecht Gehlbach, wird nach den Herbstferien die Schulen mit der größten Beteiligung bei den Bambini-Läufen gesondert würdigen.
Die Organisatoren Roman Plewnia und Achim Schneider freuten sich vor allem über 16 Läufer mit Beeinträchtigung aus der Behindertenwerkstatt Steckenstein, die beim Sechs-Kilometer-Lauf mitwirkten. Hans-Jörg Sievers wies darauf hin, dass sogar Landesminister Hendrik Hering beim Halbmarathon mit angetreten ist. Dort wurde der 50-jährige (!) Bernd Nedderhoff aus Lübbecke Dritter.
Der erst 16-jährige Hachenburger Jan Kaiser, der beim Zehn-Kilometer-Lauf den zweiten Platz belegte, wird am 6. Dezember dieses Jahres sogar in Beirut (Libanon) beim Lauf der Nachwuchselite mitmachen. Beim Marathon gingen mehr als 140 Teilnehmer an den Start. Trotz aller Steigungen schafften es beinahe alle nach 42.195 Metern ins Ziel, was wohl auch der Streckenbetreuung durch die SG Mörsbach zu verdanken ist. Schnellster war Sebastian Leins mit nur 2 Stunden, 44 Minuten und 22 Sekunden. Unter frenetischem Jubel der Zuschauer liefen die Marathonläufer auf die Zielgrade am Alten Markt, angetrieben durch die weithin sichtbare Digitalanzeige. Die Freiwilligen Feuerwehren der Umgebung riegelten rund um den Dreifelder Weiher den Verkehr ab, der DRK-Ortsverein Hachenburg versorgte Zerrungen und Stauchungen.
Gabriele Greis, Beigeordnete der Verbandsgemeinde, übernahm die Siegerehrung, bei der auch Grace Jonnakuti, die Schwester einer indischen Heimleiterin, zugegen war. Zum 20. Mal geht der Erlös des Löwenlaufs an die Madras-Hilfe für Schulen und Hospitäler in Indien.
Am Sonntag fand das Löwenfest mit dem Löwenmarkt des Werberings seinen Abschluss. 40 Marketender boten ihre Ware an, vom Dinkelkissen bis zu Strohpuppen und Steinzauber. Marktschreier Willi warf die Wurst unters Volk, während die Kindernothilfe einen Parcours installierte, um die Aidsgefahr ins Gedächtnis zu rufen. Die Galeria Leicher ließ zum 20. Geburtstag der Schwanenpassage einen 20 Meter langen Zopf backen, in dem Lose versteckt waren. Für jedes Los stifteten die Ladeninhaber in der Passage einen Sachpreis.
Die Mitglieder des Werberings läuteten mit dem verkaufsoffenen Sonntag die Herbstsaison ein. Erstmalig waren auf dem Löwenmarkt Lederwaren Hayden und das kürzlich eröffnete Hehl'sche Löwencafé vertreten.
(son)