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Insgesamt 129 Läufer bewältigen den Marathon
HACHENBURG. Bereits vormittags wurde der Löwenmarathon, die 11. Auflage, gestartet. Die äußeren Bedingungen waren nicht rosig, auch wenn sich beim Start kurzzeitig die Sonne zeigte: Die Temperaturen bewegten sich im einstelligen Plusbereich. Besonders auf dem Hochplateau um die Westerwälder Seenplatte blies ein eiskalter Wind. Zeitweise setzte Nieselregen ein. Und durch die heftigen Regenfälle in den Tagen zuvor war der Untergrund in den Passagen, die nicht geteert waren, teilweise schlammig und rutschig.
Laut Veranstalter hatten sich 140 „Marathonis“ angemeldet. Im Ziel kamen letztlich 129 an. Seit Jahren bewegt sich das Starterfeld in diesem Bereich, obwohl der Veranstalter, die DJK Marienstatt, große Anstrengungen unternahm, um die Teilnehmerzahl zu erhöhen.
Nach dem Start in Hachenburg (340 Meter über NN) ging’s zur Einstimmung neun Kilometer bergauf. Insgesamt waren an die 500 Meter Höhendifferenz zu bewältigen. Nach 13 Kilometer war der „Große Weißenstein“ in 505 Meter über NN erreicht. Nach vier abfallenden Kilometern folgte eine sieben Kilometer lange, relativ ebene Schleife um die Westerwälder Seenplatte. Danach musste nochmals geklettert werden. Nach 33 Kilometern war am Aussichtsturm Gräbersberg mit 513 Meter der höchste Punkt erreicht. Danach konnte, wer dazu noch in der Lage war, bis zum Ziel nach 42,2 Kilometern am Hachenburger „Alter Markt“ bergab laufen lassen.
Favoriten sind verwundert
Verwundert rieben sich nach dem Start die Favoriten die Augen, als sich mit Simon Bertsch SSC Hanau Rodenbach), ein in der Szene unbekannter 23-jähriger Frankfurter mit rasantem Tempo alleine an die Spitze setzte und schnell seinen Vorsprung vergrößerte. Dahinter folgte ein Quartett mit Sebastian Leins, Uwe Jungbluth (beide Kölner Triathlon-Team 01), Simon Jung (Ejot-Team TV Buschhütten) und Markus Kaiser (Running-Team Bad Ems), der 10. wurde.
Irgendwann nach Kilometer 12 wurde es Sebastian Leins dann zu bunt und er machte sich auf die Verfolgung des Führenden, den er noch vor der Hälfte der Distanz ein- und überholte. Ohne sein Tempo zu drosseln lief der 27-jährige dem Ziel entgegen, das er nach 2:44:22 Stunden als deutlicher Sieger erreichte. Bereits ’07 war der Altenkirchener Pädagoge Zweiter geworden.
Bertsch zahlte noch Lehrgeld
Der 23-jährige Simon Jung, der im letzten Jahr über die Halbmarathondistanz Silber geholt hatte, ging an der letzten Verpflegungsstelle zehn Kilometer vor dem Ziel ebenfalls an Simon Bertsch vorbei. Der Alsdorfer Lehramtsstudent („…das war heftig!“) wurde in 2:54:53 Stunden Zweiter vor Simon Bertsch (2:56:18), der bei seinem ersten Marathon viel Lehrgeld zahlen musste. Nur 24 Sekunden später überlief bereits der Berzhausener Finanzbeamte Uwe Jungbluth als Vierter die Ziellinie. So richtig vorbereitet auf den schwierigen Landschaftsmarathon war von dem Spitzenquartett keiner: Aus beruflichen Gründen kann Sebastian Leins nur ein eingeschränktes Trainingsprogramm absolvieren. Simon Jung, der nach Bekanntwerden einer Borrelieninfektion im August die Triathlonsaison abbrechen musste, trainiert seither nur auf Sparflamme. Simon Bertsch, als selbständiger Bauingenieur hat eine 60-stündige Arbeitswoche und muss sich die Trainingseinheiten „stehlen“. Und Uwe Jungbluth konnte sich krankheitsbedingt ein Vierteljahr überhaupt nicht sportlich betätigen. Beeindruckend auch die Leistung des 49-jährigen Langenholdinghauseners Frank Forster (LAG Siegen). Wegen Parkproblemen kam er zu spät zum Start, lief dem Feld hinterher und wurde dennoch Siebter in 3:01:36 Stunden.
Bei den Frauen lag Triathletin Steffi Steinberg (DJK Marienstatt), die im Dreikampf für das Ejot-Team TV Buschhütten an den Start geht, lange Zeit knapp vor der 39-jährigen Lahnsteinerin Carmen Obel. Erst auf den letzten Kilometern legte die 27-jährige Steffi Steinberg, die ihren vierten Marathon bestritt, an Tempo zu und vergrößerte ihren Vorsprung, der im Ziel nach 3:24:34 Stunden dann fast sechs Minuten betrug. Carmen Obel wurde in 3:30:17 Zweite vor Anke Reppermund (LT Hemsbach/3:40:46).
(jual)